Über die AkuS
17. Dezember 2008 von AkuS
Die Aktion kritisch-unabhängiger Studierender
Seit Mai 2008 haben sich Studierende, sowohl offiziell immatrikulierte UnigängerInnen als auch Menschen, die sich ausserhalb der Universität mit Wissen und Gesellschaft auseinandersetzen, zusammengefunden. Das daraus entstandene Projekt, die Aktion kritisch-unabhängiger Studierender, versteht sich einerseits als Plattform für die alltäglichen Anliegen und Forderungen der Studierenden, darüber hinaus beabsichtigt sie aber auch, gesellschaftspolitisch relevante Themen aufzunehmen und mit zu gestalten. Die AkuS möchte also Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen und Anliegen zusammenbringen und deren Anliegen und Interessen kollektiv weiterentwickeln.
- Die AkuS setzt sich für ein demokratisches, dass heisst von den „sich Bildenden“ und dort arbeitenden Personen selbst gestaltetes Bildungswesen, frei von Zugangsbeschränkungen wie Numerus Clausus, Studiengebühren oder Präsenzkontrollen ein.
- Bildung sollte für jede und jeden uneingeschränkt zugänglich sein, egal ob mit oder ohne Matur, mit oder ohne finanzielle Ressourcen, mit oder ohne Aufenthaltsbewilligung. Bildung ist ein Menschenrecht, vergleichbar mit dem Recht auf Nahrung, Unterkunft oder Gesundheit. Studiengebühren sind unsozial und degradieren dieses Recht zur blossen Dienstleistung.
- Die AkuS wendet sich gegen die fortschreitende Einflussnahme der Privatwirtschaft auf die Bildungsinhalte des Hochschulwesens: Sowohl die Finanzierung von Forschungsprojekten über private Drittmittel als auch die personellen Vertretung von Grosskonzernen wie Novartis oder Roche im Universitätsrat widersprechen unserem Ziel einer demokratischen und selbstgestalteten Bildung. Die Restrukturierungen der Universität im Sinne des New Public Management-Prinzips, die Umsetzung der Bologna-Reform usw. dienen nicht den Studierenden, sondern sollen die Universität markttauglicher machen.
- Die AkuS setzt sich für mehr Dialog, Auseinandersetzung und Initiative seitens der Studierenden ein. Seminare, Workshops oder neue Formen von Bildungsangeboten sollten vermehrt auch von den Studierenden selbst organisiert werden.
Bildungspolitik ist immer auch Gesellschaftspolitik! Die zahlreichen Probleme im Bildungswesen sind der bildungspolitische Auswuchs einer profitorientierten Politik, der sich beinahe alle Bereiche der Gesellschaft untergeordnet haben. Sie sind nicht nur Folge verfehlter Bildungspolitik, sondern reflektieren die soziale Selektion und das Konkurrenzdenken im Kapitalismus. In diesem Sinne genügt es auch nicht, sich “nur” im Rahmen der universitären Strukturen zu engagieren. Vielmehr ist auch die Zusammenarbeit mit anderen politischen und sozialen Bewegungen für die AkuS von Bedeutung. Als Studierende (im weitesten Sinne des Wortes) verstehen wir uns als Teil der Gesellschaft und zeigen uns mit anderen Menschen solidarisch, die ebenfalls versuchen, für ihre legitimen Rechte und Forderungen einzustehen. Nicht nur das Bildungswesen, auch andere gesellschaftliche Bereiche, vor allem die Arbeitswelt, leiden unter mangelnder demokratischer Kontrolle durch die Gesellschaft!
Aus der kritischen Wissenschaft und damit der Analyse der bestehenden Verhältnisse – ob diejenigen an den Universitäten oder in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen – entspringt immer auch eine Verantwortung zur konkreten Veränderung eben dieser Verhältnisse. Bildung sollte den Interessen und Bedürfnissen der Gesellschaft entgegenkommen. Genau dieser Verantwortung möchte sich die AkuS annehmen. Die AkuS ist offen für all diejenigen, die nach einer Möglichkeit suchen, ihre bildungs- und gesellschaftspolitischen Anliegen einzubringen, kollektiv weiterzuentwickeln und zu verwirklichen. Über dein Engagement in unserer Gruppe würden wir uns freuen!
da ich nicht weiss, wo das hin könnte, hier als kommentar. vielleicht könnte diesen syllogismus das einmal, irgendwo in einer gruppe, diskutieren:
- Die FG Philosophie veranstaltet Vorträge, in denen Studierende, die gerade ihre Liz- oder Masterarbeit geschrieben haben, diese anderen Studierenden vorstellen
- Diese Veranstaltungen besuchen zwischen 2 und 20 Leute
- Es würde niemand behaupten wollen, dass die anderen Studierenden keine Zeit dafür hätten, zwei oder drei Mal pro Semester Abends während rund 2 Stunden teilzunehmen
Diese drei Sätze sind wohl nicht zu bestreiten. Daraus messerscharf gefolgert: Das Problem liegt nicht (oder zumindest nicht nur) darin, dass Personen aus der Privatwirtschaft im Unirat sitzen, und nicht dass es so etwas wie einen Unirat gibt, und nicht an Präsenzkontrollen, und nicht an Kreditpunkten, sondern – ganz einfach, aber nicht so einfach zu schlucken – an den Studierenden selbst!
Was man daraus lernt: die Uni ist kein Multiplexkino, von der man hochkaräterige Unterhaltung (Autorenkino statt Hollywood) fordern soll – sondern ein Schneideraum, in dem jeder sich selbst in den A… klemmen muss, wenns was zu sehen geben soll.
Das ist jetzt eher unpassend an diesem ort, aber vielleicht: lesen statt besetzen. womit ich meine: was ist das eigentlich für eine konsumhaltung, die hier an den tag gelegt wird. alles in allem gibt es trotz allem hier super bedingungen. nur sind die leute halt leider zum grössten teil sau-lahm.
als ehemals kritischer student, der noch unter der alten etwas chaotischeren studienordnung studiert hat, kann ich folgendes sagen: vor 20 Jahren wurde genauso portestiert und diskutiert und die ganz aktiven waren eine etwa ebenso kleine gruppe. so war zum beispiel die stadtgärtnerei damals ein autonomen thema. die uni war nicht so “verschult”, aber die betreuung genauso miserabel wie heute. auch damals schon waren einige professoren der meinung studieren sollte man nur wenn man auch das geld dazu hat. und dabei waren die damals 360 CHF für ein semester nicht das problem, genausowenig wie heute die 700 das problem sind. ich mache jede wette ihr gebt für kippen, handy und computertechnik 10 mal mehr pro jahr aus. das engagement unter den studierenden war vermutlich genauso gross oder klein, wie heute nur brauchte man zum abschliessen mehr zeit, da alles unkoordinierter war. zum teil musste man je nach fächerkombination ein jahr warten bis man pflichtveranstaltungen belegen konnte. oder konnte kurse auf grund von werkarbeit nicht machen. ich sehe keinen grossen unterschied auch eure parolen sind die gleichen roten anliegen von damals. solidarität mit weniger privilegierten, hass und aggression gegen oben. es sind muster die sich wiederholen und fast bin ich geneigt zu sagen vermutlich ist das sogar charakter abhängig oder genetisch veranlagt oder bist zu einem gewissen mass eine auswuchs der postpubertät? meiner meinung nach habt ihr mehr eine haltung zelebriert als was neues aufs tapet gebracht. der schaden hält sich in grenzen, aber es ist ganz klar schaden entstanden. was ich bedenklicher finde ist den ton den ihr gegenüber der unileitung und den andersdenkenden anschlägt. das kam manchmal gar nicht demokratisch und dialogbereit daher sondern war eher ne altmarxistische kampfansage, vielleicht war da ja auch angst und nervosität der grund dafür. ich frage mich aber auch, ob ihr ernst genommen werdet. ich frage mich, ob der unirat sich überhaupt angesprochen fühlt. vielleicht solltet ihr mal direkt mit dem unirat diskutieren? habt ihr den mut den damen und herren gegenüber zutreten?